Warum die Leute Charts lieben

Der Mensch neigt dazu sich bestimmte Dinge aufzuschreiben. Der Statistik- und Protokoll-Wahn geht in manchen Bereichen sogar so weit, dass zu dubiosen Mitteln gegriffen wird. Bei der Arbeitslosen-Statistik wird zum Beispiel an allen Ecken und Enden geschliffen, um ein möglichst positives Bild in der Öffentlichkeit zu erzeugen.

Da lobt man sich derart Triviales wie die Charts im ganz normalen Alltags des Entertainments. Dabei handelt es sich, je nach Genre (Musik, Bücher oder Kino) stets um ziemlich offizielle Zahlen, die von der Privatwirtschaft erhoben werden (und nicht staatlich).

Ausführende Stelle ist nicht etwa eine graue Behörde, die selbst zählt – bei den Charts in Deutschland liegen immer nur die absoulten Verkaufszahlen zugrunde. Harte Fakten also: wie viele CDs wurden verkauft, wie viele Bücher, wie viele Kinokarten?

Es gibt zahlreiche Läden, Kinos oder auch Kioske, die an die einzelnen Systeme angeschlossen sind und jeweils einmal pro Woche Meldung machen, wie viele CDs, Bücher oder Tickets sie verkauft haben. Dieses System gibt es heute in fast allen Bereichen.

Auch der Download von Musikdateien im Internet via iTunes oder Musicload wird ausgewertet. Die Zahlen aus diesen Vertriebszweigen fließen in die Download-Charts ein, die wiederum Teil der offiziellen Charts sind. Im Musikbereich werden zahlreiche Teilsegmente zu kompakten Hitlisten geschnürt. Für viele Menschen sind die Charts wichtig.

Sie dienen als Gradmesser, was derzeit populär ist und was nicht. Einige Leute richten zum Beispiel ihren Musikgeschmack nach den Charts aus und sind froh, dass die offizielle Hitparade ihnen das Suchen nach Musik abnimmt, denn sicher ist: auch wenn in den Charts oft Titel sind, bei denen man nur noch mit dem Kopf schütteln kann – sie geben eine Querschnitt über den Geschmack der Republik wieder.

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